Sonntag, 7. November 2010

Verhaltensknigge: Kasse

Achtung: Dieser Beitrag beinhaltet lediglich VORSCHLÄGE zur Verbesserung der Vorgänge in einem Supermarkt, keine Richtlinien oder gar Vorschriften nach denen sich irgendjemand richten muss.

Lektion 2: Bezahlung

Be·zah·lung die [Bezahlung, Bezahlungen] (Plur. selten)
1. (kein Plur.) das Bezahlen
Be•zah•lung die; -, -en; meist Sg
2. das Bezahlen [die Bezahlung, der Ware, der Arbeit, der Rechnung]


Das Bezahlen der Ware - etwas, um das man im Supermarkt zwangsweise nicht drum herum kommt.

Wenn die Kassiererin den zu zahlenden Betrag sagt, ist dieser zu bezahlen. Gleich. Sofort.

Nicht noch die 20 Artikel einräumen die da noch liegen.
Nicht mit der Freundin schnacken und zögerlich das Geld rauskramen weil man beides gleichzeitig eben nicht kann.
Nicht erst den Geldbeutel ganz unten in der Handtasche oder aus der viel zu kleinen Hosentasche frickeln.
Nicht mit 298745 Münzen bezahlen.
Nicht nochmal "kurz" in den Laden rennen weil man was vergessen hat.. auch nicht "ganz kurz".

Einfach Bezahlen und sich dann um alles andere kümmern.

DENN: Heutzutage, wenn man mit weniger Personal mehr Arbeit zu bewältigen hat und Zeit Mangelware ist, da muss man ein kleines bischen mitdenken und sollte den "Verkehr" an der Kasse nicht unnötig aufhalten.

Beispiel:

Die Kassiererin ist mit dem Scannen der Ware fertig und sagt den zu zahlenden Betrag. Die Kundin meint, die muss jetzt diesen Berg an Waren der da noch liegt in den Einkaufswagen zurück packen. Nachdem sie das in aller Seelenruhe(!) beendet hat gibt sie der Kassiererin die EC-Karte. Der Vorgang mit der Karte dauert in der Regel viel länger als die Bargeldzahlung. In dieser Zeit steht die Kundin herum und wartet. Die Kassiererin sitzt da und wartet. Die Kunden in der Schlange stehen da und warten.

Richtig gewesen wäre: Kassierin sagt Betrag. Kundin unterbricht Einpacken und gibt Kassierein die Karte. In dieser Zeit, die dieser Vorgang nun mal dauert, kann die Kundin weiter einpacken.
Man glaubt das als Aussenstehender vielleicht nicht, aber durch solche Unterschiede kann man enorm viel Zeit sparen und das tut ja keinem weh!

Außerdem habe ich festgestellt, dass es in letzter Zeit in Mode gekommen ist - vor allem bei Jugendlichen, mit der Karte zu zahlen. 15 euro? kein Problem.. kann man ja mit Karte zahlen.. 9,90? Kein Ding, nehm ich die Karte. Ein Bier für 77 cent - Hey, nehm ich halt die Karte.
Sind wir heutzutage schon so weit, dass ich mir nichtmal Gedanken machen kann, wann ich evtl. wieviel Geld brauchen werde, ich so gar kein Bargeld mehr mit mir führe? Das verschwendet Zeit und verursacht Kosten(jede Zahlung ist eine Transaktion, die - je nach Vertrag - 0,05 - 0,10 Euro kostet.)... und leider wird sowas immer gerne gemacht wenn eh schon viel Betrieb ist und man als Kassierer sowieso keine Zeit hat. Vom Euro geben bis zum Wechselgeld erhalten sind es nicht mal 5 Sekunden. Mit der Karte zahlen dauert bei uns mit Unterschrift und allem gut 1 Minute und das auf den Tag gerechnet ist wirklich viel Zeit.

Ich sage: Hey das passiert, dass man mal kein Geld einstecken hat, sich verkalkuliert oder einfach keine Zeit hatte zur Bank zu gehen. Aber sowas absichtlich auszunutzen aus reiner Bequemlichkeit und mit dieser "Ist mir doch egal-Einstellung" - He, kommt schon Leute, das macht man einfach nicht.


Eine kurze Zusammenfassung, welches Verhalten bei viel Betrieb definitiv NICHT arbeitserleichternd und zeitsparend ist.

Das lass sein...

... mit einem monströsen Haufen Münzen zahlen
... stundenlang mit dem Finger im Geldbeutel herumrühren und dann feststellen, dass das Kleingeld doch nicht reicht
...kleine Beträge mit der Karte bezahlen
...Betragansage ignorieren und egoistisch erst andere Dinge erledigen als bezahlen (einräumen, telefonieren, Haare im Spiegel richten etc.)
...Waren mit einer Hand aus- und einpacken weil man in der anderen Hand Geldbeutel/Tasche/andere Gegenstände halten muss
...mit Freundin/Bekannten/Schwipp-Schwager oder sonstigen Leuten den neuesten Klatsch besprechen statt sich auf die Ansage der Kassiererin konzentrieren
...vor dem Bezahlen nochmal durch den Laden rennen und Mehl, Milch, Butter und Sahne holen und damit die ganze Kasse blockieren
...geistesabwesend dastehen und erst anfangen die Waren aufs Band zu räumen wenn man dran ist

Vielen Dank für Ihre Kooperation :)

Kommentare:

  1. Dem kann ich als Kunde nicht so ganz zustimmen. Denn ganz ehrlich? Was ist daran so schlimm wenn es länger an der Kasse dauert? Die Kassiererinnen in meinem Supermarkt ziehen die Ware mit Schallgeschwindigkeit über den Scanner, und türmen ihn auf dem Platz einer Briefmarke vor mir auf. Weit und breit keine Ablafgeflächen zu finden, und ich mag keine Einkaufswagen, die verleiten nämlich dazu viel mehr zu kaufen als man eigentlich wollte.
    Nun stehe ich aber da mit meinem "Berg" Ware, den ich in meiner mitgebrachten Tüte verstauen möchte und schon ruft die Kassiererin zum bezahlen.

    Lösung 1:
    Mehr Personal in den Supermärkten. Vielleicht dann weniger kleinkrieg im Preisbereich. Ich bin gerne gewillt etwas mehr für meine Sachen zu bezahlen, wenn ich am Ende des Supermarktbesuchs nicht das Gefühl haben muss grade einen StressMaraton gelaufen zu sein.

    Lösung 2:
    Statt immer kleiner werdenen Ablageflächen im Kassenbereich -jaja ich weiss, da "fertigt man den Kunden schneller ab" weil der ja nicht mehr weiss wohin mit seinem Kram, und die Tasche(n) irgendwo abstellen kann er auch nicht, ist ja alles so gewollt- dort wieder ein bisschen gelassenheit einkehren lassen. Wieso nicht Menschen anstellen die mir (wie z.B in den USA) die Tüten einpacken? Dann kann ich als Kunde brav in sekundenschnelle das Portmonaie zücken und bin trotzdem zufrieden.

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  2. Liebe Kat,

    was so schlimm daran ist, wenn es an der Kasse länger dauert sage ich dir gerne.

    Das eine ist, dass es (ich behaupte jetzt mal) 90% der Kunden nervt wenns mal was länger dauert.

    Das andere (und das kannst du in einem meiner ersten Blogeinträge nachlesen) ist, dass uns nicht mehr Personal/mehr Stunden zur Verfügung stehen. Uns wäre es lieber aber von oben (wir sind eine Supermarktkette) kommt eben der Druck. Sparen sparen sparen! Und wir im Markt können dafür nichts. Schau:

    Meistens sind wir nur zu zweit im Markt. Die eine sitzt an der Kasse und die andere erleidgt alle Arbeiten die sonst noch so anstehen. zB am Warentag wenn die Ware kommt dann muss sich jemand drum kümmern bis die Hilfskräfte eintreffen. Und dann kann ich nicht dauernd zweite Kasse rufen und muss zwangsweise schneller machen. Und gewillt etwas mehr dafür zu zahlen ist auch kaum einer. Ich kriege immer nur zu hören wie teuer doch alles ist und dabei haben wir auch viele günstige Artikel. Es ist für jeden etwas dabei.

    Lösung 1 funktioniert also nicht, weil wir nicht mehr Personal kriegen.

    Zu deiner Lösung 2 kann ich nur sagen: in meiner Ausbildungszeit hatten wir an einem Tag ausprobiert den Kunden die Sachen in die Tüten zu packen. Das Ergebnis war, dass es die meisten nicht wollten, sich bedrängt fühlten und außertdem sind wir da wieder bei mehr Personal. Es ist leider einfach nicht drin.

    Wir im Markt haben sogar einen Packtisch aber der wird selten oder gar nicht genutzt und mehr Platz können wir nicht zur Verfügung stellen da bei uns einfach kein weiterer Platz ist.

    Ich halte nichts davon wie in den Discountern, wo einem die Sachen quasi in den wagen zurückgeschmissen werden und schön die Wassermelone auf die Eier und solche Späße.. ne. Wenn der Kunde nach dem Bezahlen noch nicht fertig ist mache ich zB. auf der anderen Seite weiter .. zum Beispiel wenn der nächste Kunde nur 3 oder 4 Artikel hat. In der Zeit kann der Kunde weiter einpacken. ich helfe auch gerne der wackligen Omi wenn sie mich frägt, alles wieder einzupacken. So isses nu auch nicht.

    Denk bitte dran: WIR sind ja auch Kunden. Uns fällt sowas ja auch auf. Aber ich hab eben WEGEN meiner Erfahrung als Einzelhändlerin/Kassiererin viel Verständnis für bestimmte Verhaltensweisen.

    mir ist klar, dass wenn mans nicht mal selbst miterlebt hat das schwer nachvollziehbar ist. aber ich schwäre hier keine unwahrheiten zu erzählen. in meinem blog steht die blanke wahrheit, nach bestem wissen.

    Evtl wird dir auch klar was genau ich meine, wenn du meine älteren Beiträge noch liesst (falls du das noch nicht getan hast)

    Der genaue Beitrag trägt ebenfalls den Titel "Verhaltensknigge Kasse" und ist vom 9. März 2009 dort unter "Lektion 1: die Schlange"

    ;)

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  3. Wenn noch zuviele Waren auf dem Kassentisch liegen, räume ich erst die meisten davon in den Wagen BEVOR ich der Kassierin das Geld gebe.

    Ich habe nämlich keinen Bock darauf dass dann die Waren des nächsten Kunden auf meine draufgeschoben werden.

    Da sollte sich wohl also auch das Kassenpersonal mal gedanken machen.

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